2008: Warm und sonnig in Andermatt

Am Dienstag reisten bereits Manfred, Micha und Siegie an; Klaus fehlte überraschenderweise, er hatte noch einen dringenden beruflichen Termin. Die Begrüßung verlief wie immer sehr herzlich. Neben Anna-Maria und Simone kümmerte sich auch Doris um unser leibliches Wohl.  

Am ersten Skitag patzte Siegie bereits beim Frühstück; er aß ein Brötchen zu viel, was allerdings der guten Laune keinen Abbruch tat. Im Ort herrschte dicker Nebel, wir fürchteten das Schlimmste für den Gemsstock. Wetterfrosch David wies auf einen hellen Fleck am Himmel und vermutete in der Höhe Sonnenschein. Wir schenkten seinen Worten Glauben und zogen voller Optimismus los. Das Wunder geschah, kurz vor Erreichen der Mittelstation stieß die Gondel durch die Wolkendecke, es empfingen uns leere Pisten mit herrlichem Schnee. Ein weiteres Wunder lieferten die Skikünste von Siegie; nach den ersten Schwüngen vermuteten wir, er habe in den vergangenen Monaten mehrere Skikurse absolviert.

Der Donnerstag bot wiederum tolle Bedingungen und sah uns in aller Frühe auf dem Gemsstock. Um 12 Uhr erschienen Frieder , Klaus, JJ und unser Neuling Christoph auf der Piste; sie waren bereist um 6 Uhr in Frankfurt gestartet. Auf der Sonnenpiste musste unser Neuling seinen Tribut zollen. Anstatt der Route der erfahrenen Läufer zu folgen, wollte er diesen ein Schnippchen schlagen; er fuhr den schmalen sehr glatten Ziehweg schräg an und schoss prompt über den Steilhang hinaus ins Leere; glücklicherweise trug er nur den bekannten Skidaumen davon. Böse Zungen behaupten, diese Verletzung verhinderte das geplante Rennen gegen Stefan, der ebenfalls eine Fingerverletzung aufweisen konnte.
Gegen 20 Uhr trafen Rüdiger, Norbert, Stefan und Daniel ein, die Runde war beinahe komplett. Der Abend wurde überschattet von der Diskussion über das Honorar unseres Skilehrers. Er sagte den Einzelkurs für unseren Skieleven ab. Für ihn sprangen am nächsten Tag, Chris, Manfred und Stefan in die Bresche.

Am Freitagmorgen patzten die im Skiclub untergebrachten Teilnehmer; sie versäumten den vereinbarten Zeitpunkt. Stefan und Manfred versuchten sich als Skilehrer und mussten feststellen, Fahren im Schneeflug kräftigt die Oberschenkel. Am Nachmittag war unser Küken bereits in der Lage, auf den Hängen am Gurschenen ohne Anleitung und Begleitung seine Spuren zu ziehen. Der schöne Tag endete mit der vorletzten Gondel ins Tal.

Der Samstag brachte eine Überraschung, in Andermatt stiegen wir bei ruhigem Wetter in die Bahn zum Oberalppass; beim Ausstieg warf uns der Sturm beinahe um. Die Liste und Pisten nach Sedrun waren gesperrt, sodass wir den nächsten Zug nehmen mussten, der bis Disentis fuhr. Aber auch in diesem Skigebiet war nur ein Sessellift in Betrieb, der dazu auch mehrmals durch den Sturm gestoppt wurde. Im Lauf des Vormittags kreuzten Klaus und Ulf auf. Ulf war am späten Freitagabend eingetroffen und Klaus hatte es übernommen, ihn nach Sedrun zu führen. Nach einer längeren Mittagspause und zwei weiteren Fahrten auf der schneearmen Piste entschlossen wir uns zur Rückkehr nach Andermatt. Das in der Regel am Samstag ausgetragenen Tischfussballturnier entfiel; nach dem verregneten Tag machten sich Anzeichen eines Lagerkollers bemerkbar, nicht die beste Voraussetzung für eine solche Veranstaltung.

Am Sonntag war alles vergessen; die Sonne strahlte, die Pisten waren bestens präpariert. Mit Ausnahme der Spaziergänger waren alle unterwegs. Leider mussten Chris, Ulf und auch unser Reiseleiter vorzeitig abreisen, den nach eigener Aussage eine harte Woche erwartete.
Am Abend konnte das Tischfussballturnier durchgeführt werden. Es siegte mit großer Überlegenheit Zimmer 4 (Siegie und Stefan); sie deklassierten ihre Gegner in einer Art und Weise, die den Verdacht auf Doping aufkeimen ließ. Der Abend stellte noch einige Anforderungen: 007 hatte am folgenden Tag Geburtstag und ließ es sich nicht nehmen, mit uns um Mitternacht anzustoßen. Auch Palmira stieß noch zu der fröhlichen Runde, die nach Aussage der Standhaftesten bis gegen 3 Uhr aktiv war.

Der letzte Tag brachte noch ein wahres Schmankerl. Der Russi-Run war frisch präpariert und bescherte Stefan und Manfred bei strahlendem Wetter zwei traumhafte Abfahrten.
Der Tag brachte zwei weitere Sensationen: Siegie wagte sich auf den Russi-Run und bewältigte ihn in ansprechender Manier; unser Küken, im zweiten Jahr auf Skiern, bewältigte die Sonnenpiste gleich mehrere Male. Um 14 Uhr 30 fuhren wir ins Tal; nach herzlichem Abschied vom Team der Gastgeber starteten wir gegen 16 Uhr und erreichten wohlbehalten die “Heimat“.

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