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2005: Eiskalt in Andermatt |
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Der gewohnte Termin war auf Wunsch unseres Reiseleiters vom Februar auf den März verschoben worden. Diese Verlegung hatte den Vorteil, dass zwei Teilnehmer ihren Geburtstag mit uns feiern durften. Wie schon im letzten Jahr reisten Jürgen, Klaus, Manfred und Micha bereits am Dienstag an. Unsere Gastgeber begrüßten uns wie immer sehr herzlich: Küsschen rechts, Küsschen links und wieder rechts. Als ein Problem stellte sich die Vergabe der Zimmer: Zimmer 1 wurde von den beiden Schnarchern belegt, was nur auf geringen Widerstand stieß. Zimmer 2 ist in der Regel für den Reiseleiter reserviert, wurde aber von Manfred und Micha belegt, da sich in deren Zimmer 3 der Almöhi eingenistet hatte. Wir befürchteten, der Reiseleiter könne allergisch reagieren und sahen bereits unsere Koffer durch die Fenster fliegen. Diese Befürchtung sollte sich nicht bewahrheiten; unser Reiseleiter akzeptierte am Donnerstag die neue Aufteilung mit Bauchgrimmen; dazu trug bei, dass er mit Hilfe neuer Nummerierung der Räume doch noch in Zimmer 2 schlafen konnte. Der erste Skitag war ein Traum: Wolkenloser Himmel, herrlicher Pulverschnee und –17 Grad am Berg. Diese Bedingungen beflügelten offenbar unseren Rechtsbeistand, der den Eindruck erweckte, er habe im vergangenen Jahr intensiv trainiert. Der Skilehrer sah es mit Wohlwollen. Am Donnerstagmorgen konnten wir unserem Skilehrer zum Geburtstag gratulieren. Unser Finanzfachmann ließ es sich nicht nehmen, ihm ein Geschenk in Form eines Beefees
verziert mit einer Schleife zu überreichen. Pünktlich um 19 Uhr 15 trafen die weiteren Teilnehmer ein darunter zwei Neuzugänge. Der erste Abend in gemeinsamer Runde bietet immer das gleiche Programm: Bei ausgezeichnetem Essen und vorzüglichen Getränken werden Erlebnisse der Vergangenheit lebendig und Pläne für die nächsten Tage geschmiedet. Einer unsere Freunde sprach nach langer Abstinenz dem guten Rotwein zu, bis sein Haupt auf der Tischplatte nach Ruhe suchte. Er erinnerte sich an sein bequemes Bett, erreichte mit Hilfe seines Zimmergenossen das zweite Stockwerk und warf sich auf das Bett. Leider verfehlte er die weiche Matratze und landete mit dem Gesicht auf der harten Umrandung des Bettes. Er ähnelte Michalchewsky nach dem Verlust seines WM-Titels. Der herbeigerufene Notarzt prüfte die Nase, die etwas schief im Gesicht stand und desinfizierte die Schürfwunden. Der Schlaf erlöste das Opfer von seinen Schmerzen. Am Morgen des Freitag trafen sich alle pünktlich zum Frühstück, auch unser Boxer wirkte frisch und erholt. Nach der Gratulation für unseren Skischüler stapfte dieser mit seinem Lehrer zum Nätschen, die anderen zog es zum Gemsstock. Der Tag wurde bei schönem Wetter bis zum Schluss ausgenutzt. Der Abend brachte einige Problem: Verhandelt wurde der Einspruch gegen einen Vers aus der Abschiedsrede von Wölfi. Der Kompromissvorschlag, gegen Zahlung einer Buße den Vers in reduzierter Fassung zu veröffentlichen, wurde nicht angenommen, so dass kein Urteil gefällt werden konnte. Protest rief die Äußerung eines Neubürgers im Taunus hervor: Den Vorwurf, sich langsam aus dem Sportlerleben zu verabschieden, konterte er mit der Aussage, jeder der eine gutaussehende, nette Frau gefunden habe, müsse sportlich kürzer treten. Diese Aussage rief helle Empörung hervor, sportlich weiterhin engagierte Freunde sahen darin eine Missachtung ihrer Frauen. Erst eine vage Entschuldigung beruhigte die Gemüter. Nach langer Diskussion, die erst durch ein klares Wort unserer grauen Eminenz beendet wurde, entschieden wir uns, das ursprünglich für den Samstag geplante
Tischfußballturnier durchzuführen. Einer der selbsternannten Koryphäen verschlief leider den Beginn des Turniers, so dass sein Partner aus Zimmer 1 mit wechselnden Mitspielern antreten musste. Am Samstag hatten wir den Nätschen gewählt; die Pisten dort finden allerdings nicht den Anklang wie auf dem Gemsstock. Am frühen Nachmittag zogen Nebelschwaden auf, die uns dazu bewegten, den Skitag zu beenden. Unser Reiseleiter besuchte sein Sommerquartier in Ronco zur Erledigung dringender Termine. Er wurde unter anderem begleitet von unserem Skilehrer, der sich in Locarno seinen Traum von einer Jethose erfüllen wollte, leider vergeblich. (Sicher kennen nur altgediente Profis dieses Kleidungsstück). Das Abendprogramm sah uns in der Gotthard Bar. Unser Whisky Liebhaber lädt seit Jahren zu diesem Ereignis ein, dessen Ende nur wenige in aufrechter Haltung erleben. Die große
Überraschung bot der Veranstalter selbst, er verließ als erster die festliche Runde. Am Sonntag frühstückte Mister Bean mit uns. Im Pinguin-Outlook mit Skibrille, Skimütze und dicken Skihandschuhen hatte er die Lacher auf seiner Seite. Ziel der Skitour am Sonntag sind die Pisten von Sedrun; die Furka-Bahn bringt uns bis zum Oberalppass. Vier Teilnehmer konnten den Zeitplan mit Abfahrt 9 Uhr 30 einhalten. Bei Sonnenschein überwanden sie zwei Bergrücken und erreichten die weiten Hänge des Skigebietes. Die später Gestarteten erreichten des Oberalppass bei dickem Nebel; messerscharf schlossen sie auf die gleichen Verhältnisse in Sedrun, leider ein Irrtum. Dennoch verlebten sie nach eigener Aussage einen schönen Tag mit Skat und Würfelspielen im Restaurant. Beim Frühstück am Montag verhieß der Blick zum Gemsstock nicht Gutes: Die Wolken hingen tief und es schneite stark. Doch plötzlich waren erste Aufhellungen erkennbar und David prophezeite einen schönen Skitag. Unser Wetteroptimist schulterte die Ski und marschierte in Richtung Seilbahn verfolgt von den ungläubigen Blicken der Freunde. Auf halbem Weg zur Mittelstation brach die Gondel durch die Wolkendecke, das Skigebiet präsentierte sich von seiner besten Seite. Nach einer Stunde erschien auch unser Mann aus dem Mittelgebirge zusammen mit dem Reiseleiter, der seine Fahrt in das Skigebiet von Airolo abgebrochen hatte. Gegen Mittag waren auch die letzten Zweifler überzeugt und wagten die Auffahrt zum Gemsstock. Es war der kälteste Tag des Urlaubs, mit jeder Fahrt zur Sonnenpiste sank die Temperatur. Bei der letzten Fahrt gegen 15 Uhr zeigte das Thermometer –24 Grad. Das Ende fiel wie immer schwer; die Crew vom Sternen verabschiedete uns gewohnt herzlich mit Bussi rechts und Bussi links. |
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